Über diesen Blog

Kategorien

Profil

Feeds

  • Flux RSS des articles

Donnerstag, 7. februar 2008
Da das Thema Mindestlohn schon seit einer Weile immer wieder im Gespräch ist, möchte ich nun hierzu auch ein paar eigene Meinungen von mir zu diesem Thema schreiben.

Wir leben ja bekanntlich in einer sozialen Marktwirtschaft mit Tarifautonomie, aber was bedeutet das eigentlich genau? Hier also zu erst einige Merkmale:

Wichtige Merkmale einer sozialen Marktwirtschaft:
  • Prinzip der Freiheit des Marktes mit einem staatlicher Ordnungsrahmen
  • Prinzip des sozialen Ausgleichs (z.B. die Sozialversicherungen)
Wichtige Merkmale zur Tarifautonomie:
  • ist im Grundgesetz verankert
  • keine staatlicher Einfluss bei Tarifverträgen
  • der Staat legt aber Rahmenbedingungen fest (Höchstarbeitszeiten, Mindesturlaub...)

Nach den Prinzipien der Marktwirtschaft dürfte es eigentlich gar nicht zu so niedrigen Löhnen kommen, dass es überhaupt eine Diskussion um Mindestlöhne gibt! Durch Angebot und Nachfrage an Arbeitskräften sollte sich immer ein angemessenes Lohnniveau ergeben und die Tarifverträge entsprechend hohe Löhne enthalten.
Warum funktioniert dieses System nun nicht mehr?
Dies hat in meinen Augen verschiedene Gründe. Der Hauptgrund liegt sicherlich in der anhaltenden hohen  Massenarbeitslosigkeit hier in Deutschland - speziell in Ostdeutschland! Ein weiterer Grund ist sicher auch die Globalisierung, diese führt nicht nur zu einem größeren Angebot, sondern auch zu größerer Konkurrenz --> natürlich auch auf dem Arbeitsmarkt! Daher drücken die niedrigeren Löhne in anderen Ländern, auch auf die höheren Löhne hier in Deutschland (Globalisierung ist allerdings mehr ein Grund für die Arbeitslosigkeit, als für die sinkenden Löhne). Außerdem ist das Angebot an "gering" qualifizierten Arbeitskräften viel höher als die Nachfrage, da immer mehr einfache Tätigkeiten effizienter und günsiger durch Maschinen erledigt werden.

Diese Gründe führen logischerweise zu niedrigeren Löhnen, weil die Menschen froh sind, wenn sie überhaupt eine Arbeit bekommen! Auf jeden Fall zeigen sich hier Grenzen für die freie Marktwirtschaft, da die Löhne niedriger als die Lebenshaltungskosten werden. Das muss vom Staat verhindert werden - daher bin ich für gesetzliche Mindestlöhne! Denn genau wie in vielen anderen Bereichen, muss der Staat auch hier eine gesetzliche Regelung festlegen (wie z. B. bei Arbeitszeiten, Erholungsurlaub, usw.)!

Jeder Arbeitnehmer, der Vollzeit arbeitet, muss mit seinem Lohn in der Lage sein,
seinen Lebensunterhalt selbst bezahlen zu können!


Daher sollte der Mindestlohn genau so hoch sein, dass auf ein Jahr gerechnet  der Grundfreibetrag erreicht bzw. leicht überschritten wird. Dieser bestehende Freibetrag (2007: 7.664 Euro) dient also als Bemessungsgrundlage und muss nur entsprechend in einen Stundenlohn für einen Vollzeitbeschäftigten umgerechnet werden (Hier müsste vielleicht eine "Aufrundungs"-Regel vereinbart werden, z.B. auf die nächsten vollen 10 Cent). Diese Regelung wäre absolut transparent und fair, da jeder Mensch für das Einkommen bis zu diesem Freibetrag keine Einkommensteuer zahlen muss und erst alles darüber liegende Einkommen einer Besteuerung unterliegt.
Ich glaube nicht, dass die Einführung des Mindestlohns (in dieser Höhe) zu einem bedeutenden Verlust von Arbeitsplätzen führen würde! Denn welche Jobs sind denn schlecht bezahlt? Nehmen wir als Beispiel Wachdienste oder Raumpfleger, diese Jobs können gar nicht wegfallen! Schließlich muss doch jemand aufpassen bzw. reinigen, oder? Diese Arbeitsplätze können auch nicht ins Ausland verlagert werden, da die Arbeit hier anfällt. Ich sehe auch keine Gefahr für die Wirtschaft, da in den Industrieunternehmen in der Regel gar keine so niedrigen Löhne bezahlt werden, dass diese dadurch betroffen wären!

Bitte schreiben Sie mir einen Kommentar mit Ihre Meinung dazu, ich bin gespannt!

von deutschland-veränderer veröffentlicht in: Zukunfts-Konzepte
Kommentar hinzufügen Kommentare (3)    Trackback erstellen empfehlen
Retour à l'accueil

Kommentare

Hallo
Also erstmal zur freien Marktwirtschaft
Wenn du die Suchst, dann musst du in die USA gehen, denn dort herrscht Kapitalisms pur.
Wenn es wirklich "frei" ist, dann darf der Staat gar nicht eingreifen, und solche sozialsysteme werden ja vom staate organisiert.. auf jeden fall bin ich so ganz zufrieden mit Deutschland, jedenfalls noch.. Schau dir mal die USA an, es gibt die Unterschicht, in der du praktisch keine Möglichkeiten hast, was aus deinem Leben zu machen, und es gibt die Oberschicht á la Paris Hilton (ist übertrieben, weiß ich, aber ich will den krassen unterschied klarmachen). Die USA sind wirklich ein Land der Extremen.
Und jetzt zurück nach D-Land
Wenn Unternehmer wirklich so skupellos nach liberalen Vorstellungen handeln, dann wäre mit uns schon längst schluss, denn Europa ist offen. Wenn es so wäre, wenn alle nach Profit handeln, dann wären alle unternehmen schon über die Berge.
jetzt mal zum Punkt.. ich denke, dass Mindestlöhne den markt beschänken und zu höheren lebenskosten führt.
Nehmen wir an, In D-Land würden Mindestlöhne eingeführt. Firma X stellt autos her, und muss mehr lohn zahlen. Aber Firma X will ja marktfähig bleiben, deswegen werden Autos von Firma X teurer. aber nun will keiner mehr autos von firma X kaufen. was geschieht? Firma X meldet entweder im Worst case Insolvenz an, oder was eher wahrscheinlich ist, sie entlassen. Weil Löhnen können sie halt nicht mehr drücken, weil gesetzlich festgelegt. Das ist ein teufelskreis...
also das ist jetzt meine ganz persönliche Meinung, weil ich eher liberal bin, und denke, der Staat so so wenig wie möglich in die Wirtschaft eingreifen..
mfg MP
//Rechtschreibung? Mir doch Wurst
Kommentarnr.: 1 Gepostet von: mp (Website) am: 12.03.2008 01:53:34
achja, noch etwas...
Das mit dem Wegfallen von Arbeitsplätzen ist relativ.
Nehmen wir einmal Saisonarbeiter und Erntehelfer in der Landwirtschaft, das sind Polen, oder z.B. handwerkliche Tätigkeiten, wie z.B. Maurer oder Elektroinstallateure, denn manche Auftraggeber holen sich ihre Arbeiskräfte zu günstigen Konditionen nach Deutschland. Das ist das Problem mit der EU.
Das Angebot an Nachwuchs in Deutschland ist nicht zu gering, nein, die Deutschen sind einfach nur zu dumm! Wer nimmt einen Hochschulabsolventen, der eigentlich nichts kann? HOCHSCHULABSOLVENT(!)
Unternehmen stellen eher motivierte Absolventen aus z.B Ungarn ein, als aus Deutschland. DIE sind motiviert, die haben Ambition...
Aber das ist ein Thema in Sachen Bildungspolitik.
Ein ziemlich Wichtiges, denn darin besteht unsere Zukunft: In Know-How und Ehrgeiz.
Kommentarnr.: 2 Gepostet von: mp (Website) am: 12.03.2008 02:10:46
Hallo,
in meinem Artikel habe ich immer von der "sozialen Marktwirtschaft" gesprochen und genau diese möchte auch ich hier in Deutschland erhalten! Dieses Konzept war und ist auch heute noch sehr erfolgreich in Deutschland! Ich persönlich halte auch nichts von einer "freien" Marktwirtschaft!
Ihr Beispiel mit der Auto-Produktion hat eine Haken: Diese Firmen wären überhaupt nicht von einem Mindestlohn betroffen, da dort schon immer relativ hohe Löhne bezahlt werden. Dies liegt wahrscheinlich an den starken Gewerkschaften in dieser Branche und den hohen Gewinnspannen bei Autos...

Um es noch einmal ganz deutlich zu sagen:
Durch die Einführung von Mindestlöhnen wäre kein großes deutsches Indutrieunternehmen betroffen!
--> Es gäbe also dadurch keinen Grund zu Arbeitsplatzverlagerungen in diesen Unternehmen!

Die Mindestlöhne würden hauptsächlich den Dienstleistungsbereich betreffen und dort auch wieder hauptsächlich Branchen die gar nicht ins Ausland abwandern können, z.B. Friseure, Raumpfleger, Wachmänner.

Bei der Bildungspolitik bin ich der gleichen Meinung, hier liegt unsere Zukunft! Deutschland muss soviel wie möglich in Bildung investieren, in die Bildung unserer Kinder und natürlich auch in die Weiterbildung von Arbeitssuchenden, damit auch sie eine faire Chance haben!
Antwort von: deutschland-veränderer (Website) am: 14.03.2008 22:50:42
das ist doch gerade das Problem: immer mehr Kinder in Hochschulabschlüsse stürzen, immer mehr Gelder in Bildung stecken, so dass alle studieren und Bafög kriegen, nachher sowieso" null bock haben" und die "niedrigen Arbeiten" wie Müllfahren, Reinemachefrauen, Straßenkehrer aber auch Handwerker Altenpfleger und Krankenschwester und Kassiererin etc., will keiner mehr werden, weil dass ist ja "niedere Arbeiten " ausführen- und kann schließlich auch von den Außländern übernommen werden. Und Menschen die aus anderen Ländern kommen, wissen, was es bedeutet eine Arbeit zu bekommen..und fackeln nicht lange. Nur bei uns ist es auch noch so geregelt, das wer sich Arbeit sucht ausserhalb seines gelernten Berufs, damit er nicht arbeitslos ist, muss auch noch mit Rentenkürzung rechnen--das ist doch alles überholungsbedürftig...
Kommentarnr.: 3 Gepostet von: mar-sho (Website) am: 17.06.2008 21:30:50

Trackbacks

Keine Trackbacks zu diesem Artikel
 
Blog : Sport auf de.over-blog.com - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden